Rocky Mountain Bike Marathon, Riva del Garda 2011
Die MarathonManEurope Serie hat sich dieses Jahr mal wieder aufgeplustert und zwar gleich um zwei Rennen.Der Rocky Mountain Bike Marathon in Riva ist eins davon.
Interessant.
Urlaubszielkompatibel war das allemal und so fand sich eine illustere Kommune zusammen,welche gerne mal in die Gegend reisen wollte ,in der schon Goethe und Rilke Ihren Haare in den Wind hielten.
Wenn man noch nicht dort war und bloß den Namen kennt ,ist man natürlich gefesselt vom Anblick der meist 1000 m steil aus dem Wasser steigenden Felsgiganten.
Für Bergkurzweil aller Art an den Tagen davor war reichlich gesorgt und man kann sich nur wundern , welche Enthusiasten aus Unsreren Gefilden man alles so trifft.Egal ob zu Berg oder zu Tal.-nur im Wasser hab ich keinen gesehen.
Altissimo,die Marocche(ein glaziales Geröllfeld) konnten erobert,der Tremalzo,nach diversen Verfahrern nur von Weitem besichtigt werden.
Die lang scheinenden Urlaubstage schrumpften, ob der manigfaltigen Unternehmungen ,schnell dahin und die Zeit zum Start des Rennens war schneller ran als man wahrnehmen wollte .
Weil es so schön unangenehm klingt, fasste das“ Pro Fuentes“ Team einen Start zur Ronda Extrema (105 km,3500 Hm) ins Auge.
Über diese Runde hat ich schon viel widersprüchliches , meist nichts allzu Gutes gehört.
Na ,mal sehen ..
Nur die eigenen Erfahrungen zählen.
Ich hab mich praktischerweise unverfroren gleich mal in den Ersten Startblock stellen lassen und Freund Tomas versteckte Seine Ambitionen im Zweiten Fahrabteil.
Es ist schon komisch wenn man mit den wirklich guten Fahrern fast auf einer Höhe starten kann, oder besser will.->na gut 400 Starter waren dazwischen.
Nur die Berliner MME Fraktion und weiter vorn Alex gaben diesbezüglich Halt und zeigten ,dass man doch nicht ganz im falschen Film war.Es wurde sich noch schnell über die schlechte Form ausgetauscht … der Lärm wurde lauter…
Der Sprecher klagte professionell den Start ein ,der See lag im Rücken und die dicken Berge vor Uns…-> und ab ging die Fuhre .
Sie führte das Feld gazellenartig die ersten Kilometer in bester Rennradmanier mit einer Vier auf dem Tacho durch den Norden der Stadt, den steilen Wegen durch die Olivenhaine entgegen . Man konnte nur versuchen, ratlos irgendeinen Zipfel zu erhaschen ,um den sich dort anbahnenden Stau zu umgehen.
Es folgte eine ca.15 km lange Auffahrt durch recht gemischtes Gelände von über 1100 Hm.Es war so ‚ne Mischung aus Ötzi und Salzkammerguttrophy.Alles schnaufte und ich war doch recht erleichtert ,als das Herz wieder normal schlagen durfte und kurz vor San Giovanni das zweite Festbankett mit dem typischen Orangenmarmeladekuchenden einen kulinarischen Höhepunkt bot.
Der Schweiß rutschte ins Hemd und das Herz in die Hose als es , in die für mich ziemlich gefährlich rutschigen Marmorsteinabfahrten ging.Irgendwie war bergab nie ein richtiger Mittelpunkt im Rad zu finden und man wurde das Gefühl nicht los ,sich selbst zu überholen.Einige Mitfahrer brachten dieses nicht so komplikationslos hinter sich und waren sozusagen „radlos“.
Zuvor boten sich noch sich herrliche Tiefblicke auf die Ebene vor Riva ,den Tennosee und die im schönsten Weiß stehenden Dreitausender, bevor man in dem tief hängendem Wolkenmeer die mühsame Tretarbeit fortsetzen durfte.
Unten angekommen wurde man durch die dunklen ,engen Gassen von Laghel geschoben bevor es in die steinige Umgebung des glazialen Moränenfeldes der Marocche ging.
In den Dörfern herrschte reges Leben und eine Normalität behielt die Oberhand ,welche sich von einem Radmarathon schon lange nicht mehr aus dem Zeitlauf der Fruchtfolgen bringen ließ.
Es wurden mit großer Hingabe Wein und Olivenbäume verschnitten und und es passierte nicht nur einmal ,dass man an Leitern vorbei schoß,auf welchen der Landbauer seinem Werke nachging.
Naja langsam ging es wieder bergauf und der strapazierte Radler wähnte sich irgendwie auf dem Rückweg.Aber das Ziel war noch weit.
In einem langen Asphaltanstieg arbeitete sich auf der Höhe von Pietramurata das geprüfte Feld wieder dem Himmel entgegen.
Die Fahrer der Ronda Piccolo waren zu diesem Zeitpunkt schon auf dem Rückweg nach Riva und konnten schon bald wieder über das Bike Festivalgelände mäandrieren.
Der Rest des Ganzen durfte sich weiter mit großem Entzücken den 12-18 %-ern der folgenden Asphaltwegen, Schotterwegen und Singeltrails hingeben.
Irgendwie bekam man langsam das Gefühl die Hälfte der Strapazen gemeistert zu haben.Ab und zu blinzelte die Sonne durch die Wolken und beleuchtete den sich langsam entfernenden Talboden. Die Wanderschilder verspotteten den Radfahrer mit Ihren Kilometer und Höhenmeterangaben… Aber ..,wenn auch langsam ging es ,nach der Streckenteilung zur Ronda Extrema,dem letzten großen Anstieg nach Santa Barbara hinauf.
Nach scheinbar endloser Treterei hatte die Schutzheilige der Bergleute ein Einsehen und gab sich zu erkennen.
Die nun folgende Schotterabfahrten boten zwar eine erhoffte Abwechslung, sind aber nicht wirklich eine Erholung für den schon schief guckenden,Berg und Talfahrer.
Der Talboden war noch 1000 m weiter Unten,aber er rückte mit großem Eifer ,von Schwerkraft gezogen,näher.
Nach dem bizarren Durchqueren der Weingärten von Bolognano wurde man ,profanerweise,9 km ,vor Schluß auf die Asphaltstraße gespuckt.
Von nun an hatte der Gegenwind das Sagen über die Verfassung des geplagten Radlers und es war ein Segen endlich den grünen Rasen des Zielgeländes erreicht zu haben ,um im gebremsten Tiefflug durch das Ziel zu brettern.
Hier traf man endlich wiederauf die soziale Familie der Mitfahrer und Mitleider und ich kann nur hoffen,daß ich auf Ottis Zielfoto noch gut wegkomme.
Mit der Platzierung bin ich auch noch ganz gut davongekommen.
Das rummeckern über die Strecke ,hat mittlerweile der Nachsicht über einen doch recht anspruchsvollen Marathon Platz gegeben.
Horridoooo
ULF
[url=http://www.bike-magazin.de/festival/riva/?id=17&PHPSESSID=ec4160d812618a55470294b130191b08]Höhenprofil[/url]
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